Förderkonzept

Individueller Förderung kommt an der AHRS besondere Relevanz zu aufgrund der außerordentlich heterogenen Studierendenschaft. Die erwachsenen Studierenden bringen sehr unterschiedliche Lernbiographien und -voraussetzungen mit.

Aktuelle Schwerpunkte unseres Förderkonzepts:

  1. Erfassung von Lernausgangslagen in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik

    1. Deutschtests vor Aufnahme der Schulausbildung: Für alle Studieninteressierten (Haupt- und Realschule) ist für die Aufnahme an der AHRS ein Deutschtest obligatorisch1, der zweimal im Jahr für die Studierenden der zukünftigen ersten Semester stattfindet. Er umfasst Aufgaben zur Grammatik, zum Leseverstehen und zur Textproduktion sowie zum Wortschatz. Eine Differenzierung der Anforderungen für Haupt- und Realschule findet über die Bewertung des Tests statt. Der Test dient als Grundlage für die Empfehlungen der Deutschlehrer/innen zur Teilnahme an zusätzlichen Förderangeboten.
    2. In den Fächern Englisch und Mathematik (Realschule) stellen die Fachlehrer/innen zu Beginn des ersten Semesters durch einen schriftlichen Test die erforderliche Teilnahme der Studierenden an Förderkursen im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts (WPU) (s.u.) fest.

  2. Förderangebote

    1. In der Hauptschule wird in einstündigen Förderkursen im Fach Deutsch an Schwierigkeiten der Studierenden, in der Regel v.a. im Bereich Grammatik und Rechtschreibung, gearbeitet.

      Förderangebote im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts (WPU)2 der Realschule:
    2. Für den Förderunterricht Deutsch bietet der Fachbereich Deutsch für die Studierenden des 1. und 2. Semesters der Realschule jeweils zwei Wochenstunden Förderunterricht mit den Schwerpunkten Grammatik und Rechtschreibung, Textverstehen und Textproduktion an.
    3. Die zweistündigen Förderkurse in den Fächern Englisch und Mathematik sind semesterbezogen. Sie werden für das 1. und 2. Semester angeboten.

      Für die Hauptfachförderkurse gelten zur Zeit folgende Grundsätze:

      • Organisation (1. und 2. Semester, zweistündig)
      • Erfassung von Lernausgangslagen durch Tests: Ergebnis des Tests als Grundlage der Empfehlung für die Teilnahme an einem Förderkurs
      • Teilnahme an Förderkursen auch nach Selbsteinschätzung der Studierenden möglich
      • Ziel des Förderunterrichts ist es, den Studierenden die erfolgreiche Teilnahme am Fachunterricht zu ermöglichen.
      • Die Fachbereiche legen die Inhalte des Förderunterrichts fest.
      • Förderunterricht ist kein Fachunterricht. Das gilt bezüglich

        • Unterpunkt
        • der Inhalte: Grundlagenkenntnisse und -fähigkeiten sollen vertiefend eingeübt und gefestigt werden.
        • der Methodik: Zwecks individueller Förderung kommt Differenzierung und Individualisierung besondere Bedeutung zu.
        • der Leistungsbewertung: Schwerpunkt der Beurteilung soll das Engagement der Studierenden für ihren Lernfortschritt sowie für das Lernen/den Lernfortschritt der Gruppe sein

      • Grundlagen der Leistungsbewertung im WPU:

        • Alle gezeigten Leistungen – die Beteiligung am Unterrichtsgespräch, das Engagement in Arbeitsphasen (Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten), schriftliche Arbeiten – sollen umfassend einbezogen werden.
        • Die Leistungsüberprüfung durch schriftliche Lernzielkontrollen (Tests, Übungen, Klassenarbeiten) ist optional und wird von der jeweiligen Förderlehrkraft festgelegt.
        • Zu Beginn jedes Förderkurses werden den Studierenden die Grundlagen der Leistungsbewertung transparent gemacht.

      • Die Lehrkräfte von Förderkursen sollen Kontakte zu den jeweiligen Fachlehrkräften der Studierenden herstellen, um Fach- und Förderunterricht – im Sinne einer erfolgreicheren Teilnahme am Fachunterricht – stärker zu verzahnen.
      • Die Relevanz des Förderunterrichts für die Schullaufbahn soll deutlich erhöht werden, indem die Bemühungen der Studierenden im Förderunterricht stärker in die pädagogischen Beratungen (Konferenzen) einbezogen werden.

    4. Für den Förderunterricht Deutsch bietet der Fachbereich Deutsch für die Studierenden des 1. und 2. Semesters der Realschule jeweils zwei Wochenstunden Förderunterricht mit den Schwerpunkten Grammatik und Rechtschreibung, Textverstehen und Textproduktion an.
    5. Die zweistündigen Förderkurse in den Fächern Englisch und Mathematik sind semesterbezogen. Sie werden für das 1. und 2. Semester angeboten.

  3. Maßnahmen der inneren Differenzierung
    Die Arbeit in kleinen Lerngruppen ermöglicht einen optimalen Betreuungsschlüssel von Lehrenden zu Studierenden. Dies gilt insbesondere für den WPU, in welchem die Kursgröße möglichst auf 20 Studierende beschränkt wird. Die Berücksichtigung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und -geschwindigkeiten soll durch das Lernen in kleinen Gruppen begünstigt werden.
    Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Studierenden durch das Bereitstellen schwierigkeitsdifferenzierter Arbeitsblätter und/oder Aufgabenstellungen auch im Klassenunterricht berücksichtigt.
  4. Methodenkompetenz
    Das Vermitteln bzw. Stärken der Fähigkeiten zum selbständigen und selbstregulierten Lernen stellt einen zentralen Baustein individueller Förderung dar. Konkret umgesetzt wird dieses im Rahmen fachbezogener und überfachlicher Angebote wie z.B:

    1. im Deutschunterricht vermittelte Methoden wie Mindmapping und andere Organisationstechniken, Lesetechniken (Markierungstechniken, 5-Schritt-Lesemethode u.a.), Kommunikationstechniken
    2. im HPB-Unterricht vermittelte Methoden zum Verstehen und Erstellen von Diagrammen, zum Präsentieren
    3. der im Englischunterricht vermittelte Umgang mit Lernsoftware zum selbständigen Üben/Vertiefen
    4. die Vermittlung von Mess- und Arbeitstechniken im naturwissenschaftlichen Unterricht
    5. überfachliche Angebote im WPU zu Präsentationstechniken, zum Diskutieren und Argumentieren, zu Merk- und Gedächtnishilfen
    6. Vermittlung von Strategien der Zeit- und Arbeitsplanung insbesondere im Rahmen der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen

  5. Information und Beratung

    1. Schullaufbahnberatung: Vor allem die Hauptschulklassen weisen ein erhebliches Maß an Heterogenität auf, da sie sich im Extremfall sowohl aus ehemaligen Gymnasiast/-innen als auch aus ehemaligen Förderschüler/-innen zusammensetzen. Diese Heterogenität erfordert vom ersten Tag an einen hohen Beratungsaufwand. Studierende mit guten Vorkenntnissen können in die Realschule aufgenommen werden.
      Durch Erreichen eines guten Notendurchschnitts sowie eine angemessene Arbeitshaltung haben die Absolvent/innen des qualifizierten Hauptschulabschlusses die Möglichkeit, ihre Ausbildung direkt im 2. oder 3. Semester des Realschulzweiges fortzusetzen. Dieser Entscheidung geht eine intensive Beratung durch die Klassenlehrer/innen voraus.
      Im Bildungsgang Realschule besteht für Studierende des ersten Semesters bei sehr guter Bewältigung der Anforderungen die Möglichkeit, in ein höheres (2. oder 3.) Semester eingestuft zu werden. Auch in diesem Fall beraten Klassen- bzw. Fachlehrer/-innen die Studierenden.
    2. Beratungskonferenzen: Nach diesen zweimal im Schuljahr stattfindenden Konferenzen geben die Klassenlehrer/-innen allen Studierenden ihrer Klasse in ausführlichen Einzelgesprächen eine Rückmeldung zum Lernerfolg bzw. eventuellen Lernbedarf und geben ggf. Hinweise auf Beratungsmöglichkeiten bei schulbedingten oder die Schulausbildung beeinträchtigenden Problemen.
    3. Beratung bei schulbedingten oder die Schulausbildung beeinträchtigenden Problemen (zu den Beratungsangeboten siehe Abs. „Beratung“)


1 § 8 Absatz 3 der Verordnung zur Ausgestaltung der Schule für Erwachsene legt fest:
"Voraussetzung für die Aufnahme an einer SfE ist der in einem akkreditierten Sprachtest Deutsch erzielte Nachweis der Beherrschung der deutschen Sprache als allgemeiner Unterrichtssprache. Hierzu gehört auch die Fähigkeit zur Textrezeption und Textproduktion."

2 Zur Organisation des WPU s. 1.5.3